Thees Uhlmann

Hat ein großes Album aufgenommen. Besser als Tomte. Wird ständig fälschlich mit Springsteen verglichen. Springsteen ist toll. Uhlmann auch. Aber sie singen andere Lieder. Springsteen ist Ford Mustang, Uhlmann hingegen Opel Kadett. Eine andere Welt, andere Philosophien. In Wahrheit geht es um etwas anderes, ein deutsches Phänomen. Die Protagonisten sind die drei Großen der deutschen Popmusik: von Lowtzow, Uhlmann und Gropper.

Von Lowtzow zieht von Freiburg nach Hamburg. Provinzflucht. Das Genie verschlägt es in die Stadt, es bleibt dort. Verachtet das Land, macht sich lustig, zelebriert die Urbanität. Schafft ein eigenes musikalisches Genre. 

Gropper bleibt in der Provinz, bringt ihr Musik von Welt. Er schreibt über sie und die Natur. Er inszenierte sie in ihrer ganzen Schönheit und Brutalität. Seine Musik ist das Ende der Hamburger Schule. Gropper wollte nie dazu gehören. Seine Musik ist eine Revolution. Nur hat sie niemand bemerkt. Es bereitet der jahrelangen Hegemonie im deutschen Pop ein Ende.

Und dann Uhlmann. Er kommt aus der Provinz, geht in die Stadt und entschließt sich wieder zurückzukehren. Er schreibt über beides. Noch. Das ländliche, kleinstädtische Idyll, der Garten der Eltern. Das rückt in den Mittelpunkt. Die coolen Kinder kommen vom Land. In der Großstadt gehen sie auf Konzerte. Uhlmann reizt das aus. Er ist der Ludwig Erhard des deutschen Pops. Er bringt unversöhnliche Systeme an einen Tisch. Es ist ein dritter Weg. Kein schlechterer, nur ein anderer.